"La prière au désert"
Neg. Nr. 5060
Gelatinesilberabzug, handkoloriert
Künstlerzeichen und Titel aufgedruckt
Rudolf Lehnert und Ernst Landrock trafen sich 1903 in der Schweiz. Aus Böhmen und Sachsen stammend, teilten sie eine Faszination für den Orient, ein von europäischer Imagination geprägter Begriff, der sich durch Literatur, Malerei, Mode und Fotografie verbreitete. 1904 eröffneten sie ihr erstes Studio in Tunis, damals französisches Protektorat. Lehnert fotografierte in Tunesien, Algerien, Ägypten und Palästina, während Landrock das Atelier leitete. Besonders erfolgreich waren ihre weit verbreiteten Postkarten. Nach dem Ersten Weltkrieg gründeten sie 1920 in Leipzig den Verlag Orient Kunst und eröffneten 1924 ein neues Studio in Kairo. Nach ihrer Trennung 1930 setzte Landrock das Geschäft mit seinen Erben fort. Das Studio produzierte tausende Bilder idealisierter Landschaften, Dünen, Oasen, Harems und Odalisken – sie prägten ein stereotypisches Bild des Orients. Noch heute existiert eine Lehnert & Landrock-Buchhandlung in Kairo an derselben Adresse. 1985 übergaben die Nachkommen von Landrock das Archiv dem Musée de l’Elysée, heute Photo Elysée.
(Photo Elysée, Lousanne)
Das Farbbild zeigt keine naturalistischen Farben (falls es so etwas überhaupt gibt), sondern die Kolorierung erfolgte aus dem Gedächtnis im Studio und zeigt somit eine subjektive Vorstellung von Farbigkeit.
(Fritz Simak)
Hintergründe zur Faszination Orient und zur Fotografie von Lehnert & Landrock (PDF)







