"Parlamentsrampe"
Gelatinesilberabzug, seleniumgetont (Kontakabzug)
Von der gräzisierenden Formensprache des Wiener Parlaments, geschaffen von Theophil Hansen in den Jahren 1871–1883, das einen griechischen Tempel zum architektonischen Ausgangspunkt hat, ist in dieser Serie nichts zu sehen. Selbst Wienerinnen und Wiener erkennen diese Formation nicht ohne Weiteres als die Parlamentsrampe. Mich interessierten die im Vorbeigehen entstehenden Verschneidungen der mächtigen Rampe, die zum Hauptgeschoß führt; außerdem die Veränderungen, die durch die wechselnde Erscheinung des Kopfsteinpflasters, des Randsteins des Gehweges und der Brüstung entstehen. Durch den sorgfältig gewählten Ausschnitt konnte ich die Konzentration ganz auf diese Verschneidungen lenken.
(Fritz Simak)




