ohne Titel
Gelatinesilberabzug
rückseitig Widmung (Tinte)
Das Bild von Sabine Renger-Patzsch lag einem Brief ihres Vaters an ein bekanntes Ehepaar bei. Dort dürfte Sabine eine zeitlang gelebt haben, vielleicht während ihrer Ausbildung.
Brief von Albert Renger-Patzsch, 11.3.1959
"Liebes Gretchen!
Ihr freundliches Geschenk hervorragender Zigarren kam zufällig in eine Periode emsiger Tätigkeit – die sonst selbst bei mir selten sind – und so sind Sie, nachdem alles schon in wohlriechendem Rauch aufgegangen bis jetzt noch ohne meinen Dank geblieben. Dafür habe ich aber immer Ihrer in Liebe gedacht, wenn der exquisite Rauch meine Nase umfächerte und ich hatte frei nach Catull an Fabullus den Wunsch: "Ganz Nase zu werden". Na viel fehlt ja nicht mehr, wie aus beiliegender Zeichnung ersichtlich.
Sabine hat viel erzählt und wir konnten uns in etwa eine Vorstellung von ihrem Leben in Düsseldorf machen.
Wir danken Ihnen und Ihrem Mann herzlich, dass Sie die grosse Freundlichkeit haben, sie so lieb aufzunehmen.
Ich habe einige größere Arbeiten vor, aber sie liegen vor mir wie ein unersteiglicher Berg und jedes Mal, wenn das Telefon gellt, was aber … selten geschieht, fürchte ich einen, der mich an meine Pflicht mahnt.
Herzliche Grüße an Sie und Ihren Mann
Ihr sehr alter
Albert Renger-Patzsch"

