Ausstellung
Erkundungen in der Welt der analogen Fotografie
Fotodepot, Salzburg
5. September 2026 bis 1. Mai 2027
Analoge Arbeiten sind im Zeitalter der digitalen Fotografie selten. Warum sollte man diesen arbeitsintensiven Aufwand auch auf sich nehmen, wenn es mittels der digitalen Assistenten, den hochauflösenden Kameras und den enormen Möglichkeiten der digitalen Bildproduktion so viel einfacher und vielversprechender erscheint Fotografien herzustellen?
Meine eigene Arbeit begann in einer Zeit, als die digitale Fotografie noch nicht vorhanden war. Die frühere, analoge Arbeitsweise habe ich jedoch bis heute beibehalten. Der analogen Fotografie ist eine Art von anhaltender Spannung eigen, die durch die Ungewissheit des Ergebnisses bei der Aufnahme entsteht. Das fotografierte Bild wird erst zu einem späteren Zeitpunkt durch die Entwicklung in der Dunkelkammer sichtbar, wo es gewissermaßen langsam aus dem Dunkel hervortritt. Gleichzeitig besitzt das analoge Bild eine Authentizität, die ich in der digitalen Fotografie nicht mehr in gleichem Maße vorfinde, da hier eine maschinelle Bildproduktion in beliebiger Zahl erfolgt. Die von mir bevorzugte analoge Bildherstellung erlaubt mir die Steuerung der Bildergebnisse mittels gewähltem Papier und Entwickler. Die meisten in dieser Ausstellung gezeigten Werke sind Unikate und lassen nach der Belichtung keine weiteren Manipulationen zu – außer man „zerstört“ sie wie bei den Negativbearbeitungen mit Hitze in der Serie „Guckkasten“.
Viele der Arbeiten wären mit den Mitteln der digitalen Fotografie nicht oder nur anders zustande gekommen. Vor allem die Negative, die es in ihrer ursprünglichen Bedeutung in der digitalen Fotografie nicht mehr gibt, sind in ihrer analogen Form einmalig. Für die „Negativ-Unikate“ verwende ich schwarz-weiß Fotopapier in der Großbildkamera. Das Papier wird belichtet und entwickelt, ohne späteren Positivabzug. Die Tonwerte kehren sich dabei um, Licht wird zu Schatten und Schatten zu Licht.
Die Aspekte Zufall und Experiment sind weitere Möglichkeiten, die die analoge Fotografie bietet: Das Arbeiten mit chemischen Prozessen zur Produktion von analogen Bildern führt gelegentlich zu nicht kalkulierten Ergebnissen.
Vielleicht ist es für sie als Betrachter*in unbedeutend, ob die Arbeiten digital oder analog entstanden sind. Die Erforschung der Möglichkeiten der analogen Fotografie bleibt für mich jedenfalls nach wie vor spannend.
Werner Schnelle





















