Ansicht vorne
Inv. Nr.S-3121
KünstlerWalter Schelsgeb. 1936 in Landshut, Deutschland
Titel

"Eule"

Jahr2000
Technik

Gelatinesilberabzug

Bildgröße30 x 24 cm
Signatur

rückseitig signiert und datiert

Kommentar

Walter Schels wuchs mit Tieren auf. Das prägte, wie er sagt, sein Verhältnis zu Tieren und seine Fotografie. Schels erste Tierporträts entstanden Mitte der 1980er Jahre: Große Firmen wie VW, Panasonic oder Blaupunkt gaben bei Schels Schimpansen- oder Hundebilder für Werbekampagnen in Auftrag – oft in lustigen Posen und fast immer in Farbe. Heimlich fotografierte er damals seine schwarzweiß-Porträts mit, ohne dass die Artdirektoren es merkten. Später fotografierte er Tiere auch ohne Auftrag, bis in die 2000er Jahre.

"Dass Schels eine am Menschenbild entwickelte Konvention der Darstellung
einfach auf die Tierfotografie übertrug, ist eine Provokation"
Klaus Honnef, Fotohistoriker 

Bekannt wurde Schels mit Charakterstudien von Prominenten wie Andy Warhol, Joseph Beuys oder Angela Merkel. Immer vor weißem oder schwarzem Studiohintergrund, ohne Lächeln, mit direktem Blick in die Kamera. Bei seinen Tierporträts hält Schels es ebenso. Herausgelöst aus ihrem natürlichen Umfeld werden Schaf, Bär, Frosch oder Kaninchen als Individuen sichtbar. Bei den Betrachtenden entsteht, vom Fotografen durchaus gewollt, das Gefühl, mit dem Tier – ganz gleich ob Schaf, Bär, Frosch oder Kaninchen – quasi auf Augenhöhe in einen gleichwertigen Dialog zu treten. 
Der Blickkontakt, sagt Schels, sei für ihn bei menschlichen und tierischen Sujets der Zugang zum Wesenskern seines Gegenübers und damit "der Schlüssel zu einem guten Porträt". Doch weil man Tiere nicht anweisen könne, in die Kamera zu schauen, sei ein Tierporträt "Glückssache".
(Beate Lakotta, www.walterschels.com)

S-3121, "Eule"
Walter Schels, "Eule", 2000
S-3121, Ansicht vorne
© Walter Schels