"Perspective I"
Gelatinesilberabzug
rückseitig Nachlass-Stempel
"Männer fotografieren einen weiblichen Akt, als gehöre er ihnen. Ich fotografiere eine Frau als Teil des Universums."
Ruth Bernhard
Ruth Bernhard fotografierte eine Vielzahl von Motiven, von Rettungswesten bis hin zu Puppen, doch ihre wahre Leidenschaft galt der weiblichen Aktfotografie. Sie erklärte: "Das Bild der Frau war meine Mission."
Bernhards Herangehensweise an die Fotografie von Frauen unterschied sich deutlich von der ihrer männlichen Kollegen, deren Arbeiten Frauen entweder als idealisierte Vorbilder oder als Objekte der Begierde darstellten. Bernhard studierte und verstand Frauen, identifizierte sich mit ihrem Leben und ihren Kämpfen. Sie fand Schönheit in jedem Körper, die sie durch den Einsatz von Licht von innen heraus strahlen ließ. Obwohl sie in Fotografenkreisen hochgelobt wurde, blieb sie, wie viele Künstlerinnen jener Zeit, während eines Großteils ihrer Karriere relativ unbekannt. Erst in den 1970er Jahren, als ihr Werk von der feministischen Fotobewegung wiederentdeckt wurde, erhielt sie endlich die Anerkennung, die sie verdiente.(Jessica Bocinski)1
Anmerkungen
1
Jessica Bocinski, "Challenging the Male Gaze. Women Artists Reclaiming Representation", Chapman University Blog, 14.3.2022, https://blogs.chapman.edu/collections/2022/03/14/challenging-the-male-gaze/


