"VOLTERRA – Vicolo delle Prigioni. (XII. Seculo)."
(VOLTERRA – Vicolo delle Prigioni (Straßenname) – 12. Jahrhundert)
Archiv-Nr. 34614
Gelatinsliberabzug
Fotograf, Titel und Jahr einkopiert
Aufnahme aus einem Konvolut touristischer Fotografien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, herausgegeben von italienischen Tourismusverbänden. Für die Bewerbung des Reiselandes wurden häufig hochwertige Arbeiten namhafter Ateliers genutzt, wie etwa der Brüder Alinari. Mit dem westdeutschen Wirtschaftswunder der 1950er Jahre wandelten sich diese Sehnsuchtsbilder zur Realität: Steigender Wohlstand und mehr Freizeit machten den Urlaub zum Statussymbol. Italien, insbesondere die Riviera und die Adria, wurde zum Sehnsuchtsort Nummer eins. Mitte der 1950er Jahre reisten bereits 4,5 Millionen Deutsche über die Alpen – der Beginn des modernen Massentourismus.1
Der Vicolo delle Prigioni in Volterra ist ein besonders stimmungsvolles mittelalterliches Gassenensemble in der Toskana. Die im 12. Jhd. angelegte und von massiven Bruchsteinfassaden flankierte Verbindung besticht durch ihre charakteristischen Schwibbögen, die sich über die Gasse spannen. Diese monumentalen Bögen dienten ursprünglich der baulichen Stabilisierung und statischen Abstützung der eng stehenden Wohnhäuser gegen Erdbeben. Das malerische Ensemble verkörpert in seiner geschlossenen architektonischen Struktur das dichte, wehrhafte Stadtbild einer hochmittelalterlichen toskanischen Kommune.
Die Aufnahme stammt aus dem berühmten Studio Alinari, das im Jahr 1852 von den Brüdern Leopoldo, Romualdo und Giuseppe Alinari in Florenz gegründe wurde. Das Fotostudio gilt als das älteste und bedeutendste Unternehmen für Fotografie und Bilddokumentation weltweit. Die Institution erlangte weltweite Berühmtheit durch die systematische, handwerklich meisterhafte Dokumentation des italienischen Kultur- und Architekturerbes der Toskana. Ihre im späten 19. und frühen 20. Jhd. entstandenen Aufnahmen zeichnen sich durch eine herausragende Kontrastschärfe und präzise Bildkomposition aus. Die Bilder aus dem Hause Alinari prägten maßgeblich die visuelle Identität Italiens und fungierten über Jahrzehnte als zentrale Sehnsuchtsmotive für den internationalen Kulturtourismus.
(Christoph Fuchs)
Anmerkung
1
"Geteiltes Deutschland: Modernisierung. Bundesrepublik im Wandel. Tourismus", Lebendiges Museum online, Deutsches Historisches Museum, https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-modernisierung/bundesrepublik-im-wandel/tourismus.html (aufgerufen 26.6.2026)





















































![S-3111, Achille Villani & Figli, "Ravenna. [Sar]cofagi che [la] tradizione [at]tribuiva [a Galla Pla]cidia, mer[avi]glio[samen]te i[ll]uminati. La lune[tta mostra s]una gra[ticola e il] martir[e S. Lorenzo]", 1950er](/y/images/Hauptansichten/S_3111_full.jpg)

