"VOLTERRA – Torre delle Prigioni. Il Porcellino. (XII. Secolo)."
(VOLTERRA – Gefängnisturm. "Das kleine Schwein" – 12. Jahrhundert)
Archiv-Nr. 34616
Gelatinsliberabzug
Fotograf und Titel einkopiert
Aufnahme aus einem Konvolut touristischer Fotografien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, herausgegeben von italienischen Tourismusverbänden. Für die Bewerbung des Reiselandes wurden häufig hochwertige Arbeiten namhafter Ateliers genutzt, wie etwa der Brüder Alinari. Mit dem westdeutschen Wirtschaftswunder der 1950er Jahre wandelten sich diese Sehnsuchtsbilder zur Realität: Steigender Wohlstand und mehr Freizeit machten den Urlaub zum Statussymbol. Italien, insbesondere die Riviera und die Adria, wurde zum Sehnsuchtsort Nummer eins. Mitte der 1950er Jahre reisten bereits 4,5 Millionen Deutsche über die Alpen – der Beginn des modernen Massentourismus.1
Die Torre del Porcellino in Volterra ist ein gutes Beispiel für hochmittelalterliche Profanarchitektur in der Toskana. Der im 12. Jhd. errichtete und aus massiven Bruchsteinen gefügte Geschlechterturm besticht durch seine wehrhafte Struktur und das namensgebende Steindetail an der Fassade. Eine auf einer kleinen Steinkonsole ruhende Skulptur eines Wildschweins (Porcellino) ragt markant aus der Turmwand hervor. Das monumentale Bauwerk, das später als Gefängnisturm genutzt wurde, verkörpert die wehrhafte Architektur der toskanischen Stadtkommunen der Stauferzeit.
Die Aufnahme stammt aus dem berühmten Studio Alinari, das im Jahr 1852 von den Brüdern Leopoldo, Romualdo und Giuseppe Alinari in Florenz gegründe wurde. Das Fotostudio gilt als das älteste und bedeutendste Unternehmen für Fotografie und Bilddokumentation weltweit. Die Institution erlangte weltweite Berühmtheit durch die systematische, handwerklich meisterhafte Dokumentation des italienischen Kultur- und Architekturerbes der Toskana. Ihre im späten 19. und frühen 20. Jhd. entstandenen Aufnahmen zeichnen sich durch eine herausragende Kontrastschärfe und präzise Bildkomposition aus. Die Bilder aus dem Hause Alinari prägten maßgeblich die visuelle Identität Italiens und fungierten über Jahrzehnte als zentrale Sehnsuchtsmotive für den internationalen Kulturtourismus.
(Christoph Fuchs)
Anmerkung
1
"Geteiltes Deutschland: Modernisierung. Bundesrepublik im Wandel. Tourismus", Lebendiges Museum online, Deutsches Historisches Museum, https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-modernisierung/bundesrepublik-im-wandel/tourismus.html (aufgerufen 26.6.2026)




















































![S-3111, Achille Villani & Figli, "Ravenna. [Sar]cofagi che [la] tradizione [at]tribuiva [a Galla Pla]cidia, mer[avi]glio[samen]te i[ll]uminati. La lune[tta mostra s]una gra[ticola e il] martir[e S. Lorenzo]", 1950er](/y/images/Hauptansichten/S_3111_full.jpg)

