"Himmel und mich"
Himmel und mich von Karen Irmer zeigt eine atmosphärisch verdichtete Wolkenlandschaft, in der sich Wahrnehmung und Wirklichkeit untrennbar überlagern. Die warme, diffuse Lichtstimmung – vielleicht vom Sonnenuntergang – trifft auf unscharfe, schattenhafte Formen, die sich nicht eindeutig als Vorder- oder Hintergrund bestimmen lassen. Dadurch entsteht ein irritierender Zwischenraum, in dem räumliche Orientierung aufgehoben wird. Blickt man genauer auf das Bild, kann man die dunklen Schatten der Wolken auf der Wasseroberfläche im Hintergrund erkennen. Ist es etwa eine Aufnahme aus dem Flugzeug?
Irmer interessiert sich weniger für die Darstellung eines konkreten Ortes als für das Sehen selbst: Der Himmel erscheint hier nicht als objektive Naturerscheinung, sondern als subjektive Erfahrung. Die Fotografie lädt dazu ein, das Verhältnis von Außenwelt und innerer Wahrnehmung neu zu reflektieren und sich in einer stillen, kontemplativen Bildstimmung zu verlieren.
(Christoph Fuchs)
