Zu Besuch bei Man Ray in Paris
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rückseitig Künstlerstempel
Der deutsche Werbefachmann, Publizist, Sammler und Kurator Leo Fritz Gruber gründete zusammen mit Bruno Uhl 1950 die Photokina, die weltweite Leitmesse der Foto-, Video- und Imaging-Branche. Im Jahr 1956 reiste Gruber gemeinsam mit einem Freund, dem Architekten Helmut Remmelmann, nach Paris. Dort lernte er den berühmten Fotografen Man Ray kennen, mit dem er zwei Jahrzehnte beruflich und freundschaftlich verbunden blieb. 1960 widmete Gruber Man Ray im Rahmen der Photokina-Bilderschau in Köln eine Einzelausstellung. 1963 erschien seine Publikation Man Ray Portraits. Zusammen mit seiner Ehefrau Renate trug er eine umfangreiche Sammlung mit Originalen und dokumentarischem Material zu Leben und Werk Man Rays zusammen.1
In den beiden Aufnahmen ist Remmelmann und Man Ray (rechts mit Schirm) zu sehen. Die Aufnahme entstand in Paris in der Rue du Four, unweit der Rue Férou im 6. Arrondissement, nahe dem Jardin du Luxembourg. Hier arbeite Man Ray nach seiner Rückkehr aus den USA wieder intensiv in Paris. Sein Atelier in der Rue Férou war damals Treffpunkt der surrealistischen Szene.2
Die beiden scheinbar zufällig entstandenen Aufnahmen beim Überqueren der Straße sind demnach nicht nur eine interessante zeitliche Abfolge zweier Bilder sondern besitzen vielmehr eine symbolische Qualität: Der alt gewordene Surrealist im alten Quartier, in einem Paris, das kulturell bereits in eine neue Epoche übergeht. Das melancholische Endes der Bohème.
(Christoph Fuchs)
Anmerkung
1
Wikipedia, Leo Fritz Gruber (aufgerufen 28.5.2026)
2
A la découverte de l’atelier de Man Ray, rue Férou (aufgerufen 28.5.2026)



