Inv. Nr.S-1657
KünstlerMarie-Jo Lafontainegeb. 1950 in Antwerpen, Niederlande
Titel

"Babylon Babies"


Triptychon

Jahr2002
Technik

pigmentbasierter Tintenstrahldruck

Bildgröße39,1 x 29,2 cm
Auflage26/40
Signatur

signiert, rückseitig betitelt (Triptych 1-3)

Kommentar

Porträts der jeunesse doré, der Goldenen Jugend unserer Zeit, zeitgenössische Bewohner eines globalen Anti-Babylon, in dem die Vielfalt der Identitäten in der Gesichtslosigkeit einer Westkultur unterzugehen droht.

Schon in der frühen Kirche in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten gab es heftige Auseinandersetzungen über die Erlaubtheit der Bilder im Christentum. Ausgangspunkt war dabei nicht so sehr das alttestamentarische Bilderverbot, sondern die notwendige Absetzung des noch jungen Glaubens gegenüber den antiken heidnischen Kulten, die alle auf Kultbilder ausgerichtet waren. Ein Kultbild ist ein Bild der Macht; ein Bild, das denjenigen, den es zeigt, so sehr vergegenwärtigt, als ob er selbst anwesend wäre. Auch von den römischen Kaisern gab es solche Bilder. Dem Kaiser gebührte nach römischer Rechtsauffassung eine quasi kultische Verehrung. Da der Kaiser nicht überall anwesend sein konnte, bildete das überall verbreitete Bild des Kaisers seinen Stellvertreter, dem es zu opfern galt. Einige der frühesten Märtyrer der Kirche wurden von Staats wegen umgebracht, weil sie dieses Kaiseropfer verweigerten. So wohl im 4. Jahrhundert eine ganze römische Armee, die thebäische Legion aus Ägypten unter Mauritius, die sich zum Christentum bekannte. Ihr Glaube verbot ihnen das Kaiseropfer, deshalb galten sie als dem Reich gegenüber illoyal und wurden standrechtlich hingerichtet. Diese Legion war in Mitteleuropa stationiert, die Gräber der thebäischen Legion, von Mauritius im Wallis, Ursus in Solothurn, Cassius in Bonn, Viktor in Xanten, Gereon in Köln und vielen anderen finden sich über die Schweiz und Deutschland verstreut. Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist. So spricht Jesus auf die Frage nach der Verpflichtung des Gläubigen dem römischen Reich Steuern zu zahlen. Zugleich heißt es aber auch, dass man nicht zwei Herren dienen kann. Man muß sich entscheiden.
(Daniel Spanke, 2003)

S-1657, "Babylon Babies"
Marie-Jo Lafontaine, "Babylon Babies", 2002
S-1657, Ansicht vorne
© Marie-Jo Lafontaine / Bildrecht, Wien
S-1662, Marie-Jo Lafontaine, "Babylon Babies", 2002
Marie-Jo Lafontaine, "Babylon Babies", 2002
mehr InfoS-1662, Ansicht vorne
© Marie-Jo Lafontaine / Bildrecht, Wien
S-1663, Marie-Jo Lafontaine, "Babylon Babies", 2002
Marie-Jo Lafontaine, "Babylon Babies", 2002
mehr InfoS-1663, Ansicht vorne
© Marie-Jo Lafontaine / Bildrecht, Wien