"Ringer 2"
Gelatinesilberabzug, Seelenium getont
rückseitig signiert, betitelt, datiert und numeriert (Bleistift)
Auch wenn ein Frauenkörper eine erotische Komponente aufweist, die für einen heterosexuellen Mann immer von Bedeutung ist, wirkt der männliche Akt durch die Muskelstrukturierung visuell bei weitem interessanter.
2004 wurde ich eingeladen, Bilder für die Ausstellung "Sport Eros Kunst" beizusteuern. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer konnte sich dafür eine Sportart aussuchen.
Sofort entschied ich mich für die Ringer. Martin Schlagenhaufen, Michael Prenner, Horst Mahn und Norbert Simnovcic erklärten sich bereit, für meine Aufnahmen zu kämpfen. Spannend wurde es, als es darum ging, die Würfe während des Kampfgeschehens einzufangen, denn beim Auslösen des Verschlusses hatte ich über das entstehende Bild keine Kontrolle: Die Würfe passierten geradezu blitzschnell. Ich konnte nur erahnen, wie das Bild aussehen würde. Eigentlich habe ich die Würfe also "blind" fotografiert und erst bei der Durchsicht der Kontaktabzüge das passende Bild gewählt.
Im Gegensatz dazu stehen jene Bilder, bei denen die Ringer, kraftvoll verkeilt, gleichsam innezuhalten scheinen. Manchmal bat ich sie auch, kurz zu verharren. Da wusste ich dann genau, wie das Bild aussehen würde, und meine Vorstellungen von kraftvoll verzahnten Muskelpaketen wurden erfüllt.
(Fritz Simak)






