"Iceberg Lake"
E-IL-2
(Conger 1045)
Gelatinesilberabzug auf Karton
vorderseitig signiert und datiert (Bleistift) von Edward Weston;
betitelt und Negativnummer (Bleistift) auf der Rückseite (wegen Karton nicht sichtbar)
Der Iceberg Lake liegt versteckt in den hochalpinen Regionen der Sierra Nevada, nahe Mammoth Lakes im heutigen Ansel Adams Wilderness-Gebiet. Im Sommer 1937 wanderte Edward Weston gemeinsam mit seiner Partnerin und späteren Frau Charis Wilson zu diesem abgelegenen See – auf der Suche nach Motiven für sein Guggenheim-Stipendium, das ihn durch den amerikanischen Westen führte.
Die schwebenden Eisschollen liegen auf dunklem Wasser wie weiße Pinselstriche auf schwarzem Grund. Besonders eindrucksvoll ist das Spiel von Licht und Schatten, das die scheinbar flachen Strukturen in räumliche Tiefe versetzt. Reflexionen, Glanzlichter und weiche Schatten modellieren die Oberfläche – nicht dokumentarisch, sondern fast skulptural.
Die Aufnahme Iceberg Lake gehört zu Westons wenigen Bildern aus hochalpinem Terrain. Sie zeigt die stille Intensität eines Ortes, der nur zu Fuß erreichbar ist. Die Arbeit ist insofern auch besonders, denn es handelt sich um einen siginierten Originalabzug von Edward Weston selbst.
(Christoph Fuchs)

