ohne Titel
#1376/01
Gelatine-Bromsilber-Abzug, Selenium getoned
rückseitig signiert, datiert und nummeriert (Bleistift)
Martin Waldbauer wuchs auf einem Bauernhof im Bayerischen Wald auf und entdeckte früh die Fotografie. Er fotografiert ausschließlich analog in klassischem Schwarzweiß mit Mittel- und Großformatkameras und fertigt seine Abzüge selbst als handwerklich ausgearbeitete Gelatinsilberabzüge, häufig als getönte Lithprints auf historischen Barytpapieren. Jedes seiner Bilder versteht er als Unikat und "Spur der Zeit". Thematisch konzentriert sich Waldbauer auf Menschen, Landschaften und Stillleben seiner ländlichen Herkunft. Seine Porträts, oft ältere Menschen, Handwerker oder Menschen mit Behinderung, zeigen eine ungeschönte, respektvolle Nähe zu individuellen Lebensspuren. Er sucht das "normal Einzigartige", Makel, Zeichen von Alter und Charakter.
Waldbauers Werk steht in der Tradition der Neuen Sachlichkeit und des humanistischen Porträts (wie bei August Sander oder Robert Frank). Seine analoge Drucktechnik und die Verwendung historischer Materialien verbinden klassische fotografische Verfahren mit einer zeitgenössischen Ästhetik. In der Serie und dem Langzeitprojekt "Waldungen" fotografiert Wadbauer seit 2017 stimmungsvolle Landschaften in den umliegenden Wälder seiner Herkunftsgegend im bayerischen Wald.
(Christoph Fuchs)


