Frieda Kahlo in ihrem Haus, La Casa Azul, Coyoacán, Mexico City, 8. März 1954
pigmentbasierter Tintenstrahldruck
rückseitiger Aufkleber, betitel und Nachlassstempel
Viele von Frida Kahlos kühnen und auffälligen Selbstporträts tendieren zum Surrealismus – sie erscheint als verwundetes Reh, als architektonische Säule oder als anatomische Studie mit offenem Brustkorb. Dennoch lehnte Kahlo diese Bezeichnung ab: „Ich male keine Träume oder Albträume. Ich male meine eigene Realität.“ Diese Realität, geprägt von Freude und Schmerz, wurde vor allem durch Leiden geformt, von Kinderlähmung bis hin zu einem verheerenden Busunfall, der ihr lebenslange Verletzungen hinterließ.
Der Kontrast zwischen Kahlos gemaltem und fotografiertem Selbst ist Teil ihrer anhaltenden Faszination. Ihr geflochtenes Haar, ihre traditionellen Tehuana-Röcke und ihre unverkennbare Monobraue sind zu Ikonen geworden. Ihre Gemälde lassen uns in ihre viszerale Erfahrung eintauchen, während Fotografien Distanz und eine objektivere Sichtweise bieten.
Zu den eindrucksvollsten gehören die Bilder, die Werner Bischof wenige Monate vor ihrem Tod im Blauen Haus in Coyoacán von ihr aufgenommen hat. Wir wissen nicht, warum er sie besucht hat, aber seine Fotos zeigen sie allein mit ihren Gedanken – rauchend, aus ihrem Rollstuhl heraus malend oder mit einem Hund ruhend. Umgeben von ihren Sammlungen wirkt sie sowohl schön als auch erschöpft, was den emotionalen Ton ihrer Selbstporträts widerspiegelt.
Kahlo kam über die Fotografie zur Malerei, indem sie ihrem Vater assistierte, bevor sie sich während ihrer langen Genesungsphase der Kunst zuwandte. Bischof hingegen hatte gehofft, Maler zu werden, bevor der Krieg ihn zur experimentellen Fotografie drängte. Ihre Welten überschneiden sich, und beide starben jung: Kahlo im Juli 1954, Bischof im Mai desselben Jahres.
Als Magnum-Fotograf versuchte Bischof, Schönheit und Leid gleichermaßen einzufangen. In seinen Bildern von Kahlo wird diese Mission intim – ein Porträt eines Lebens, das von Schmerz und Widerstandsfähigkeit geprägt ist. Wie Kahlo berühmt sagte: „Letztendlich können wir viel mehr ertragen, als wir glauben.“ Diese Fotografien scheinen genau das zu beweisen.
(Maisie Skidmore, Magnum, 2019 übersetzt mit DeepL)1
Anmerkung
1
shortend version of Maisie Skidmore, Frida Kahlo’s Final Months, Magnum Photos, https://www.magnumphotos.com/arts-culture/art/frida-kahlos-final-months/ (Zugriff 2.12.2025)

