"Transept 7"
pigmentbasierter Tintenstrahldruck auf Epson Hot Press Bright Ppier auf Aluminium
auf Rahmen rückseitig signiert, betitelt, datiert und nummeriert
Die Aufnahmen der Bildserie Transept sind kühl und spartanisch konzipiert, extrem auf die bildgenerierenden Faktoren Licht und Durchleuchtung fokussiert. Wir befinden uns in Innenräumen von Kirchen. Friederike von Rauch zeigt nicht die mittels Architektur übersetzte Stätte religiöser Ausübung, kein Kreuz als christliches Motiv, keine Hiligendarstellung, kein liturgisches Gefäß ist zu sehen, vielmehr ein Betstuhl inmitten eines Raumes, ein Beichtstuhl mit zugezogenen Vorhängen, die das Bild fast ausfüllen, oder eine brennende Kerze in einer dusteren Seitenkapelle, die nur im Kontext der Serie als solche dechitfriert werden kann. Manches Mal werden karge Wände zu bloßen abstrakten Flächen reduziert, mal werden Raumfluchten sichtbar. Motive sind nicht die gotischen Kathedralen oder die barocke Pracht katholischer Kirchen, sondern Betonkirchen des Brutalismus, einem Baustil der Nachkriegsmoderne.
Transept – im Kirchenbau ein anderes Wort für Querschiff – benennt diese Serie von Arbeiten, in der es weder Anfang noch Ende gibt. Wie bereits in ihren früheren nichtlinearen Sequenzen, beispielsweise in dem von David Chipperlield umgebauten Neuen Museum in Berlin, beweist die Künstlerin erneut ihr intuitives Gespür für die Besonderheit und Magie eines Ortes, für räumliche Dimensionen und Materialobertlächen.
(Matthias Harder, aus: Friederike von Rauch, In Secret, 2013)
