Ansicht vorne
Inv. Nr.S-1666
KünstlerKatarina Löfströmgeb. 1970 in Schweden
Titel

"P.O.V. #3 (Private View)"


Diptychon

aus der Serie: "After Images"
Jahr2015
Technik

UV-Print auf Birkenholz

BildgrößeDurchmesser: 22 cm
Auflageunique
Kommentar

In "After Images" zeigt Katarina Löfström eine neue Werkgruppe, die starke Bezüge zu ihren früheren Filmen und Collagen aufweist. Die Künstlerin, die in der Vergangenheit als Drehbuchautorin für Musikvideos für Madonna, Moby, The Prodigy etc. gearbeitet hat, verwebt in ihrer künstlerischen Arbeit Ton und Bild. Ausgehend vom historisch abstrakten Film, wie er von Oskar Fischinger und Viking Eggerling charakterisiert wurde, verdichtet sie konkrete Bilder zu abstrakten Bildern und setzt sie zusammen mit dem Ton zu komplexen Kompositionen zusammen.
Wie ein Augenpaar hängen perfekt kreisrunde Holzscheiben an der ersten Wand der Galerie. Das Diptychon zeigt zwei Teilausschnitte eines Bildes, als würde man dieses durch ein Fernglas betrachten. Setzt man die Bilder zusammen, sieht es aus wie der Blick in einen Tunnel, dessen Raum von den hellen Achsen gebildet wird. Rechts zeigt uns Löfström Ausschnitte aus einem bunten abstrakten Bild, in dem wir eine Art Horizont beobachten.
Die Künstlerin spielt hier mit unserer Vorstellung von Abstraktion und Figuration. Durch die Unterteilung der perfekt kreisrunden Gitter deutet sie die Parallelität dieser beiden als so unterschiedlich definierten Bilder an und lässt uns daran erinnern, dass jedes Bild, das wir sehen, nur eine Konstruktion ist, die getrennt von den beiden Perspektiven unserer Augen aufgenommen wurde. Wenn eine Kamera ein Bild aus der Perspektive einer Person aufnimmt, spricht man von einem Point of View.
Das Bildmaterial, das den Diptychen und ihrem neuen Film "Downhill" zugrunde liegt, entstammt genau dieser Art von Kameraperspektive. Die Fotos sind aus der Perspektive einer Person aufgenommen, die unter anderem mit einer Achterbahn fährt, durch einen Wald fährt und eine Nacht unter Drogeneinfluss durcharbeitet. Bevor sie für die Filme und Abzüge verwendet werden, werden diese Bilder bearbeitet, und in ihrer Kombination verwischen sie die Grenze zwischen abstrakt und figurativ.
Durch das bewusste Weglassen und die Reduktion bestimmter visueller Informationen versetzt der Künstler den Betrachter in eine aktive Rolle. Er muss die narrativen Lücken, die fehlenden Informationen in der losen und praktisch nicht existenten Erzählung überbrücken. Katarina Löfström evoziert darin eine Art metaphysische Rezeption.
(Galerie Kerstin Engholm, 2015)

S-1666, "P.O.V. #3 (Private View)"
Katarina Löfström, "P.O.V. #3 (Private View)", 2015
S-1666, Ansicht vorne
© Katarina Löfström
S-1667, Katarina Löfström, "P.O.V. #3 (Private View)", 2015
Katarina Löfström, "P.O.V. #3 (Private View)", 2015
mehr InfoS-1667, Ansicht vorne
© Katarina Löfström