"Andreas K."
Pigmentbasierter Tintenstrahldruck auf Wabenpanel
rückseitig am Aufkleber signiert und datiert
Die Portraits erzählen von einer kurzen, gemeinsam verbrachten Zeit. Gesichter entstehen im unmittelbaren Kontakt von Angesicht zu Angesicht. Sich vom Anderen ein Bild zu machen ist ein Wagnis und bleibt auf vielerlei Art begrenzt. Ein Gesicht kann prägnant und erhaben sein, es entzieht sich jedoch der bildhaften Darstellung, weil es vielseitig, ungreifbar, flüchtig und vergänglich ist. Fotografische Portraits versprechen in ihrer Genauigkeit die lebendige Wahrnehmung zu überholen, können diese jedoch nicht erreichen.
Ein Thema dieser Arbeit ist die Unschärfe zwischen Gesicht und Maske (Persona). Das neuzeitliche Portrait verwandelt das Antlitz in eine Maske, das sich immer in einer Distanz zum Gesicht befindet. Da wir nicht nur ein Gesicht haben, sondern auch eines machen, bildet die Fotografie meist etwas ab, das bereits ein momentanes Bild des Gesichts ist. Wir versuchen immer wieder, dieses Wechselspiel von Gesicht und Maske mit vermeintlich zuverlässigen Methoden zu unterbrechen. Auf der Suche nach dem wahren Gesicht dient(en) uns nicht nur die Fotografie, sondern auch andere Disziplinen mit exaktem, wissenschaftlichen Anspruch, wie z.B. die Physiognomie, Psychologie, Phrenologie u.a. Letztlich können wir uns jedoch nur der Unschärfe aussetzen.
(Robert Waldl)



