"Chicha Cafe"
Gelatinesilberabzug
rückseitig signiert, betitelt und datiert (Bleistift)
2004 verbrachte Zahornicky drei Monate im Pariser Stadtteil Marais. Angeregt durch Léo Malets Kriminalroman Marais-Fieber beginnt Zahornicky anhand der dem Buch beiliegenden Straßenkarte das Viertel zu nächtlicher Stunde fotografisch zu erkunden. „In den Aufnahmen von Paris wandelt er auf den Spuren von Brassaï, in Paris, der Stadt des Lichts, in der das Licht niemals erlöscht, in der er die Ecken der Stadt nicht ausleuchtet, sondern dem Licht auf der Spur ist.“1 So beschreibt der Kunsthistoriker Peter Weiermair Zahornickys Fotoserie Primal Light, die ihren Titel dem Album Urlicht/Primal Light des amerikanischen Musikers Uri Cane zu verdanken hat.
Das Außergewöhnliche an diesen Fotografien liegt nicht zuletzt im Umgang mit dem punktuellen Gegenlicht, das der Künstler bravourös einfängt. Das grelle Leuchten eines Getränkeautomaten, das Blenden der Straßenlaternen oder die hell erleuchteten Schaukästen am Eingang einer Pariser Métro-Station erinnern an die Nachtaufnahmen des us-amerikanischen Fotografen Robert Adams, dessen Arbeiten ebenfalls überstrahlt sind von Licht und ähnlich zu gleißen scheinen. Hinzu kommt Zahornickys Begabung, Zeichen und besondere Konstellationen in den Straßen der Weltmetropole Paris zu erkennen und fotografisch zu akzentuieren.
(Hartwig Knack)
Anmerkung
1
Peter Weiermair, Robert Zahornicky. Im Dunkel der Nacht Licht, NöART – Niederösterreich Gesellschaft für Kunst und Kultur (Hrsg.), Wien 2012, S. 4.






